Leaving Las Vegas: Gil Grissoms letzte Episode

Via: Serienjunkies.de

Gil Grissom is leaving Las Vegas?

Leaving Las Vegas: Gil Grissoms letzte Episode
William L. Petersen als Gil Grissom
(c) CBS
Vladislav Tinchev am Freitag, 16.Januar 2009 20.30 Uhr

Ja,
leider nahm gestern Abend auf CBS William Petersen Abschied von der
erfolgreichsten Serie der letzten Jahre. Ein Abschied, den CBS schon
die ganze Woche tränenreich in jedem zweiten Werbespot inszenierte.

It is the right time to go, sagt Grissom zu Hodges. Weder Hodges noch die Millionen von CSI-Fans
weltweit sind damit einverstanden. Man kann in vielen Foren verbitterte
und teilweise wütende Kommentare lesen, die den CBS-Verantwortlichen
wirklich Angst einjagen könnten. Man bekommt den Eindruck, als würde „CSI: Crime Scene Investigation“ in den nächsten Wochen mindestens die Hälfte seiner Zuschauer verlieren…

„Leaving Las Vegas: Gil Grissoms letzte Episode“ nachzulesen bei Serienjunkies

Aber es war richtig (bitte nicht auf mich schießen – ich bin ein
Riesenfan von Grissom!), und ich werde hier versuchen zu erklären,
wieso es ein wunderschöner Abschied war!

Viele würden sagen, dass CSI weiterhin Top-Quoten
hätte: wieso sollte man da was ändern? Die Frage ist auch absolut
berechtigt, aber hier handelt es sich nicht um eine Veränderung
innerhalb der ersten 10 Episoden einer Serie oder innerhalb der ersten
zwei Staffeln, sondern „CSI: Crime Scene Investigation
befindet sich in der neunten Staffel – über all die Jahre ohne wirklich
nennenswerte Castveränderungen. Und aufgrund der narrativen Entwicklung
der letzten beiden Staffeln war der Zeitpunkt perfekt, den die
Schauspieler und Produzenten gewählt haben, um CSI ein „neues“ Gesicht
zu verpassen. Vielleicht kommt man so einem Sichfestfahren zuvor?

Natürlich handelt es sich bei allen drei Abschieden hauptsächlich um
Entscheidungen der Schauspieler selbst. Sie wollten einfach Veränderung
nach so vielen Jahren! Gut, zugegeben: getötet zu werden, wie im Fall
Warrick, ist nicht der beste Abschied. Erzähltechnisch gesehen, stand
Warricks Tod im Dienste des „Teams“. Dieses Ereignis machte innerhalb
der CSI-Realität Grissoms darauf folgenden Abschied umso
nachvollziehbarer. Denn Grissom war CSIs zentrale Figur, und die
Grissom-Sara-Story sowie seine Vater-Sohn-Beziehung zu Warrick haben
die Serie geprägt. Da William L. Petersen
schon eine Weile über einen Abschied nachdachte, schien der Verlust
seiner zwei zentralen Bezugsfiguren als erzählerisch gelungene
Vorbereitung seines eigenen Abgangs.

Und jede Geschichte muss ein Ende haben, um wirklich schön zu sein –
Closure! Das ist das Codewort dieser letzten Episode. Zwar wird es in
Verbindung mit dem Serienmörderfall gebracht und von CSIs zukünftigem
Mitglied Dr. Langston ausgesprochen. Aber dieses Wort ist gleichzeitig
eine gelungene Metapher für die Reise von Petersens Figur. Denn was
gibt es Besseres als so einen Abschied, bei dem man als Fan der Serie
einfach daran denkt, dass die Figur glücklich weiter lebt, ohne von uns
beobachtet zu werden? Gil Grissom starb nicht, wurde nicht krank oder
wurde versetzt bzw. gefeuert. Er entschied sich für das Ende.

Er bekam closure.

Und dieses Ende… das war wirklich schön. Es ist vielleicht
unangebracht, in einem solchen Bericht sentimentale Äußerungen zu
tätigen, aber die letzten Minuten waren zum Heulen schön und dürfen
auch nicht gespoilert werden – man muss sie selbst erleben.

Was jetzt aus CSI wird?

© CBS

Das
wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Dass Grissoms Abschied
nachvollziehbar und gut getimt war, heißt nicht unbedingt, dass die
Serie so ohne weiteres den Abgang ihrer Hauptfigur verkraften kann. Und
viel schlimmer – Petersens Figur war auch Träger der ursprünglichen,
forensisch-kriminalistischen Idee des CSI-Franchises: Who is Watson
without Holmes? (Das fragt Hodges Gil, als er Abschied nimmt.)

Klar, CSI verfügt durch die Neuzugänge bzw. den Aufstieg von
Nebendarstellern über viel Potential im Figurenbereich, nicht zu
vergessen die verbliebenen Darsteller der ersten Stunde. Aber wie die
Kombination aus Alt und Neu funktioniert und die Geschichten prägt und
von ihnen geprägt wird – das wird sich noch zeigen.

Denn CSI war und ist nicht nur Forensik…

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